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Nikolaikirche Museum
Nikolaikirche: ältestes (wiederaufgebautes) Gebäude in Berlin, liegt im Nikolaiviertel, dem Ursprung der späteren Stadt Berlin, auf der anderen Spreeseite gegenüber, lag die Schwesterstadt Cölln. Die Kirche war dem heiligen Nikolaus gewidmet, Schutzpatron für Kaufleute und Händler. Im Krieg stark beschädigt, wurde sie in den Jahren 1980-83, zur 750 Jahrfeier von der DDR wieder aufgebaut, seid 1987 wird sie als Museum genutzt.
Da das Gebäude im Dritten Reich als Museum im historischen Zentrums Berlin vorgesehen war, wurde sie 1939 entweiht, für Umbauarbeiten wurde ein Teil der Grabbilder und Epitaphe und andere Gegenstände ausgelagert und entgingen so der Kriegzerstörung und können deshalb heute gezeigt werden. Schon früh wurde die Kirche als Grabkirche genutzt, wie Ausgrabungen gezeigt haben und nach der Reformation in Berlin wurden Seitenschiff- und Chornischen als Erbbegräbnisse an wohlhabene oder verdienstvolle Familien "verkauft" oder vergeben, auch die Liebfrauenkapelle dient als Grab (Familie von Kötteritzsch). Zu den bekanntesten zählt das Grab des Hofgoldschmied Daniel MÄNNLICH, für das Schlüter das Grabmal entworfen hat, ein bedeutendes Werk der barocken Sepulkralkunst, das Grab für Samuel von Pufendorf und von Kraut, dessen Gruft unter dem linken Kirchenturm liegt. (einer der Totenköpfe an den Säulen hat einen 'Goldzahn'.)
Über dem Taufbecken (1563) hängt eine Holzfigur. Gott der seinen toten Sohn auf den Knien hält, sitzt auf einer Wolke aus der kleine Engelköpfe schauen, auf der Rückseite sieht aber ein Teufelskopf aus den Wolken.
Der letzte Altar, von dem die Engel gezeigt werden, wurde 1715 eingeweiht, war 12 Meter hoch und einzigartig in Brandenburg. Die Engelfiguren sind aus Lindenholz hergestellt, sie wurden bemalt, um die Illusion von Stein und Marmor zu erzeugen. Der Restaurator hat, in künstlerischer Freiheit, zwei der Engel mit einem Ring versehen.
In und außerhalb der Kirche sind sehr viele Epitaphe zu sehen. Ein Großteil sind sehr kunstvoll von Steinmetzen gestaltet und bei einigen kann man auch noch die reiche Bemalung, oft wurde mit Gold gearbeitet, sehen. Ein schönes Beispiel ist das Epitaph für: von Schnitter; reichverziert mit bemalten Wappen. Zum Teil sind die Epitaphe kleine Biographien der Toten und somit Minigeschichtsbücher aus Stein. Bei einem Epitaph hat sich der Künstler die Mühe gemacht, ein durchscheinendes Tuch, welches ein Engel über Personen hält, in Stein darzustellen. Die Buchstaben sind, entgegen aller anderen Texten auf diesem Epitaph, nicht erhaben und spiegelverkehrt dargestellt (schon erhabene Buchstaben ist für ein Epitaph ungewöhnlich, da es einfacher ist sie einfach einzumeißeln).
In der ehemaligen Sakristei wird, neben liturgischen Gegenständen, das berühmte Zehdenicker Altartuch gezeigt, welches um 1300 vermutlich von Nonnen des Zisterzienserinnenkloster hergestellt wurde.
 Die Kirche war auch Wirkungsstätte für bedeutende Kirchenmusiker: Paul Gerhardt und Johann Crüger.
Im Glockenturm ist ein Carillon (Glockenspiel mit feststehenden Glocken) mit 41 Glocken eingebaut.
Die Stiftung Stadtmuseum betreibt die Nikolaikirche als Museum, ein Besuch lohnt sich sicher für jeden Berlinbesucher aber auch für Berliner.

 

der raum epitaphe, engel und mehr
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fotos © cdw